Das Auge
Berufsleben
41 Jahre war ich an der Universitäts-Augenklinik Tübingen tätig. Mein Schwerpunkt war die Neuroophthalmologie – das Grenzgebiet zwischen Augenheilkunde und Neurologie, in dem es um Sehnerv, Sehbahn, Augenbewegungen und Pupille geht.
Medizin studiert habe ich in Freiburg, Uppsala und Mainz und 1983 in Freiburg promoviert. Danach arbeitete ich zunächst in der Augenheilkunde und Inneren Medizin in Trier und Kues, bevor ich 1984 an die Universitäts-Augenklinik Tübingen kam. 1988 wurde ich Facharzt für Augenheilkunde, 1990 Oberarzt.
1996 habe ich mich in Tübingen mit einer Arbeit über die Untersuchung der normalen und der gestörten Pupillenmotorik habilitiert; seit 2002 bin ich außerplanmäßiger Professor. Ab 2012 leitete ich die Neuroophthalmologie der Universitäts-Augenklinik Tübingen.
Zuständig war ich auch für Verkehrsophthalmologie und Fahreignungsbegutachtung. In Nebentätigkeit war ich am Aeromedical Center Germany, an der Sehbehinderten-Ambulanz Niederrhein und an der Augenklinik Sulzbach (Saar) tätig.
Neben der Arbeit mit Patientinnen und Patienten habe ich mehrere Fachbücher geschrieben und zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht.
Neuroophthalmologie
Die Neuroophthalmologie fragt, was zwischen Auge und Gehirn geschieht: wie Signale der Netzhaut über den Sehnerv weitergeleitet werden und wie das Gehirn die Augenbewegungen und die Pupille steuert. Mein besonderes wissenschaftliches Interesse galt der Pupillenfunktion und ihren Störungen. Zusammen mit meiner Frau Barbara Wilhelm habe ich in den 1990er-Jahren eine Forschungsgruppe aufgebaut. Daraus ist unter anderem der pupillographische Schläfrigkeitstest hervorgegangen, der in der Schlafmedizin eingesetzt wird.
In der Patientenbetreuung habe ich mich besonders um Meningeome der Sehbahn gekümmert. Ich blicke auf eine fruchtbare und freundschaftliche interdisziplinäre Zusammenarbeit insbesondere mit der Neurochirurgie und der Radioonkologie zurück. Dadurch gelang es, die Betreuung der Patienten mit Tumoren der Sehbahn erheblich zu verbessern.
Lehre
Vorlesungen
Die studentische Lehre war mir sehr wichtig. Vorlesungen und Kurse habe ich nicht nur über Neuroophthalmologie, sondern über die komplette Augenheilkunde gehalten. Das hat mir großen Spaß gemacht, und ich war mehrere Jahre unter den drei besten Dozenten der Fakultät.
Vorträge
Ich habe weit über 1000 Fortbildungsvorträge und Kurse auf Tagungen oder Einzelveranstaltungen gehalten, zum Beispiel auf Tagungen des Berufsverbandes der Augenärzte, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft oder beim FUN-Kurs (Funktionsdiagnostik und Neuroophthalmologie), zu dessen Gründern (1990) ich gehöre. Regelmäßig war ich auch an der augenärztlichen und neurologischen Ausbildung in Skandinavien beteiligt, mit Vorträgen unter anderem in Uppsala, Stockholm, Trondheim, Göteborg und Tromsø. Wissenschaftliche Vorträge und Fortbildungsvorträge habe ich weltweit gehalten.
Familie
Ich bin seit 1979 verheiratet mit Bärbel (Barbara) Wilhelm (Prof. Dr. med.). Wir haben uns auf dem Gymnasium in unserem Geburtsort Pirmasens kennengelernt und sind unseren Lebensweg seit 1970 gemeinsam gegangen. Bärbel hat an der Universitäts-Augenklinik die Arbeitsgruppe Pupillenforschung aufgebaut und 2002 das Zentrum für klinische Studien STZ eyetrial gegründet und bis 2019 geleitet. Wir haben drei Kinder und sieben Enkel.